SULM – Schweizerische Union für Labormedizin | Union Suisse de Médecine de Laboratoire | Swiss Union of Laboratory Medicine

Aktuelle Ausgabe | Numéro actuel

Nr. 01/2020 Antibiotikaresistenz und Antimicrobials | Résistance aux antibiotiques et antimicrobiens

Inhaltsverzeichnis | Sommaire

Editorial
Gilbert Greub
Antibiotikaresistenz und Antimicrobials | Résistance aux antibiotiques et antimicrobiens (pdf)
Antibiotika haben die Behandlung von Infektionskrankheiten grundlegend revolutioniert. Wie im ersten Artikel dieser Spezialausgabe zum Thema «antimikrobielle Substanzen» hervorgehoben wird, gibt es aber nur eine begrenzte Anzahl von Antibiotikagruppen, und gewisse erworbene Resistenzen verliehen den Bakterien eine Resistenz gegen sämtliche Antibiotika aus der gleichen Gruppe. Daher ist nach und nach eine verstärkte Prävalenz multiresistenter Keime zu befürchten, sofern Antibiotika nicht vernünftig und auf der Grundlage mikrobiologischer Diagnoseverfahren eingesetzt werden…

News
Antoinette Monn
Olympiade der Schweizer Labormedizin - swissmedlab (pdf)
Der 6. Swiss MedLab- Kongress, die Schweizer Labor-Olympiade, findet vom 23. bis 25. Juni 2020 in Bern (Bernexpo) statt. Unter einem Dach sind die wichtigen Anlässe der Labormedizin 2020 zusammengeführt: Generalversammlung der SGKC, labmed BMA-Tage, Abschlussteil der höheren Fachprüfung (HFP) für Expertinnen und Experten in biomedizinischer Analytik und Labormanagement sowie die FAMH Generalversammlung - um nur einige zu nennen. Die Abstract-Submission ist möglich bis nach Ostern (19. April) unter www.swissmedlab.ch/abstract

Education
Gilbert Greub, Adrian Egli, Jacques Schrenzel
Antibiotika, Resistenzmechanismen, genetischer Austausch und Antibiotika-Resistenzbestimmung | Antibiotiques, mécanismes de résistance, échanges génétiques et tests de résistances aux antibiotiques (pdf)
Auf dem Markt sind zahlreiche Antibiotika erhältlich. Es gibt jedoch relativ wenige Zielstrukturen, gegen die diese Antibiotika wirksam sind, und somit letztendlich auch wenige unterschiedliche Antibiotikagruppen. Da die gegen ein Antibiotikum einer Gruppe erworbenen Resistenzen oft eine Kreuzresistenz gegen die anderen Antibiotika aus derselben Gruppe nach sich ziehen, ist es angebracht, sich Gedanken über die Zunahme der erworbenen Resistenzen zu machen. Es sollte folglich dafür gesorgt werden, dass der Selektionsdruck durch einen adäquaten Einsatz von Antibiotika verringert und die Übertragung resistenter Klone mithilfe von epidemiologischen und Infektionsschutzmassnahmen verhindert wird…

Markus A. Seeger, Peter M. Keller
Schnellere Diagnostik dank lebendig eingefangenen Bakterien | Un diagnostic plus rapide grâce à des bactéries capturées vivantes (pdf)
Der Nachweis von bakteriellen Erregern einer Blutstrominfektion (Sepsis) dauert häufig zu lange. Alleine die Blutkultur zur Vermehrung der Bakterien dauert ein bis sieben Tage. In diesem Zeitfenster der Ungewissheit werden Patienten mit empirischen Breitspektrumantibiotika behandelt. Neue Technologien, die Bakterien direkt aus Patientenblut isolieren und nachweisen können, sind daher sehr gefragt. Dieser Artikel beschreibt neueste Entwicklungen der translationalen Forschung in diesem Gebiet. Insbesondere wird eine neuartige Strategie basierend auf kleinen Antikörperfragmenten, sogenannten Nanobodies, als Keimfänger vorgestellt, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Antimikrobielle Resistenz» (NFP 72) entwickelt werden…

Julie Delaloye, Gilbert Greub
Empirische Antibiotikatherapie: das Beispiel Sepsis | Antibiothérapie empirique: l’exemple du sepsis (pdf)
Aufgrund der Mortalität bei Vorliegen einer Sepsis und eines septischen Schocks wird im Allgemeinen eine empirische Breitbandbehandlung empfohlen. Allerdings ist eine Deeskalation wünschenswert, um das Risiko einer Medikamententoxizität, einer Kolitis aufgrund des Erregers Clostridium difficile und den Selektionsdruck, der zur Auswahl multiresistenter Keime führt, zu verringern. Es wurden innovative Technologien wie die PCR geschaffen, dank der die Dauer bis zur Identifizierung der Krankheitserreger verkürzt und dadurch die Zeit bis zur Verabreichung einer geeigneten Antibiotikatherapie verringert werden kann…

Simone Hargraves, Gilbert Greub, Nicolas Jacquier
Antimikrobielle Peptide: Eine Antibiotika- Alternative? | Peptides antimicrobiens: une alternative aux antibiotiques? (pdf)
Der Anstieg an Infektionen, die durch multiresistente Bakterien hervorgerufen werden, und die begrenzte Anzahl an zur Verfügung stehenden neuen antibiotisch wirkenden Substanzen auf dem Markt zwingen die Forschung dazu, sich mit möglichen Antibiotika-Alternativen zu beschäftigen. Antimikrobielle Peptide sind Abwehrmoleküle, die von einer Vielzahl von Organismen produziert werden und eine Quelle für antibakterielle Substanzen darstellen könnten, die möglicherweise auch im klinischen Umfeld eingesetzt werden könnten. Auch wenn die Stabilität der antimikrobiellen Peptide noch verbessert und ihre Toxizität noch verringert werden muss, stellen sie wegen der geringen Anzahl erworbener Resistenzen eine interessante Alternative zu Antibiotika dar. Für die Zukunft kann man also für die effektive Behandlung von Infektionen, die auf resistente Bakterien zurückzuführen sind, über Kombinationstherapien aus antimikrobiellen Peptiden, Antibiotika und Phagen nachdenken, um so das Auftreten von resistenten Bakterienstämmen so weit wie möglich zu verhindern.

Gilbert Greub
Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit zum Thema Antibiotika und Antibiotikaresistenzen | Communiquer avec le grand public à propos d’antibiotiques et de résistance aux antibiotiques (pdf)
Antibiotika haben die Behandlung von Infektionskrankheiten revolutioniert. Unzureichende Kenntnisse über Antibiotika können jedoch zu einem inadäquaten Einsatz dieser Arzneimittel führen, sei es durch Übertherapie (Selbstmedikation, Behandlung bei Virusinfektionen) oder durch eine nicht ausreichende Compliance (Angst vor Nebenwirkungen, Bevorzugung alternativer Behandlungen). Somit erläutern wir in diesem kurzen Artikel, warum es wichtig ist, die Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit zu verstärken, und schlagen einige Kommunikationsansätze vor.

Gilbert Greub
Referenzen | Références: Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit zum Thema Antibiotika und Antibiotikaresistenzen | Communiquer avec le grand public à propos d’antibiotiques et de résistance aux antibiotiques (pdf)

News
Monika Reuschling, Willi Conrad, Wolfgang Korte
Branchenstudie – die Wertschöpfung der Schweizer In-vitro-Diagnostik-Branche (pdf)
Die In-vitro-Diagnostik-Branche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Schweizer Wirtschaft: Hersteller, Privat- und Spitallabore erzielten 2018 gemeinsam eine Wertschöpfung von CHF 2 Milliarden, mit einem Wachstum von 4% pro Jahr seit 2016. Sie beschäftigt rund 14 300 Personen (gemessen in Vollzeitstellen). Die Anzahl Beschäftigte wuchs seit 2016 um 6%…

Dagmar Kesseler
Olympiades suisses des laboratoires à Berne - Swissmedlab (Bernexpo) (pdf)

Pamela Balmer, Andrea Stüdeli
Gesundheitswesen digital – Kommunikation in offenen und geschlossenen Systemen (pdf)
Das Swiss eHealth Forum 2020 vom 5. und 6. März in Bern steht unter dem Motto «Entwicklung des Gesundheitswesens durch die Digitalisierung». Es geht um die zahlreichen neuen Wege und Möglichkeiten, bestehende Kommunikationsprozesse digital zu optimieren. Dabei stehen sich die Paradigmen der offenen und geschlossenen Systeme gegenüber – und dazwischen steht das elektronische Patientendossier…

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