SULM – Schweizerische Union für Labormedizin | Union Suisse de Médecine de Laboratoire | Swiss Union of Laboratory Medicine

Aktuelle Ausgabe | Numéro actuel

Nr. 04/2019 Zoonosen | Zoonoses

Inhaltsverzeichnis | Sommaire

Editorial
Gilbert Greub
Tiere: Wirte und Überträger von Zoonosen | Les animaux: réservoirs et vecteurs de zoonoses (pdf)
Welpen, Katzenbabys und neugeborene Lämmer sind ja so niedlich. Da überrascht es nicht, dass man sie für die Illustration des Spiels Krobs, bei dem es um Mikroben geht (www.krobs.ch), ausgewählt hat. Um heute als Redaktor über Tiere als Wirte und Überträger von Zoonosen zu sprechen, habe ich für die Artikel in dieser Sonderausgabe bewusst Zeichnungen von Vincent Dutrait gewählt, die auch dieses Gesellschaftsspiel illustrieren. So werden Sie auf den folgenden Seiten verschiedene Zoonoseerreger entdecken, von denen einige wie z.B. Campylobacter indirekt von Tieren stammen und uns erst verzögert befallen, z.B. dann, wenn Sosse vom Hühnerfleisch auf unseren grünen Salat gelangt…

Education
Gilbert Greub
Zoonosen von A bis Z | Les zoonoses: de A à Z (pdf)
Zoonosen treten immer häufiger auf. Diese Zunahme an Zoonosen hängt mit verbesserten Diagnosemethoden, vermehrten Outdooraktivitäten und der steigenden Zahl an Haustieren von immer vielfältigerer Art zusammen. Der Begriff Zoonose bezeichnet Erkrankungen, die durch Erreger verursacht werden, welche direkt durch Aerosole auf den Menschen übertragen werden, wie z.B. die Psittakose, das Q-Fieber oder die Brucellose, oder aber solche, die durch Bisse wie im Falle der Leptospirose, der Pasteurellose, der Tollwut oder der Tularämie hervorgerufen werden. In diesem Artikel werden verschiedene Zoonosen vorgestellt, wobei hier einige wichtige Punkte in zusammengefasster Form dargelegt werden.


Gilbert Greub
Zoonosen von A bis Z | Les zoonoses: de A à Z (pdf)

Education
Gilbert Greub, Adrian Egli
Die Campylobacter-Infektion, eine lebensmittelbedingte Zoonose | Campylobacter, une zoonose d’origine alimentaire (pdf)
Campylobacter ist der Häufigkeit des Auftretens nach der bedeutendste Erreger von bakteriellen Durchfällen, die zu einer zuweilen schweren Gastroenteritis führen können. Es handelt sich dabei um eine Zoonose, die in der Regel indirekt durch die Aufnahme kontaminierter Lebensmittel (z.B. Hühnerfleisch) hervorgerufen wird. Auch eine Übertragung durch verunreinigtes Wasser und nicht pasteurisierte Milch wurde beschrieben. Die Diagnose basiert immer noch hauptsächlich auf einer bakteriellen Kultur, aber auch PCRVerfahren werden immer häufiger eingesetzt. Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) besitzt den grossen Vorteil, dass sie sehr empfindlich ist, allerdings liefert sie uns keine genauen Informationen mehr zur Antibiotikasensitivität und erlaubt auch nicht mehr die Durchführung einer Genotypisierung.

Rahel Ackermann, Reto Lienhard, Gilbert Greub
Waldmikroben: von Borrelia burgdorferi zum Zeckenenzephalitisvirus | Les microbes de la forêt: de Borrelia burgdorferi au virus de l’encéphalite à tiques (pdf)
Wir wandern im Wald, geniessen seinen Schatten im Sommer und die vielfältigen Farben im Herbst. Aber im hohen Gras des Unterholzes, auf Sträuchern, am Waldrand oder auf Waldlichtungen beobachtet uns ein kleiner Gliederfüssler. Er wartet auf eine Gelegenheit, sich an uns zu klammern und unser Blut zu saugen: die Zecke. Von den weltweit über 800 Zeckenarten stechen nur etwa 30 Spezies den Menschen regelmässig. …

Gilbert Greub, N. Boillat-Blanco
Bartonella und die Katzenkratzkrankheit | Bartonella et la maladie des griffes de chat (pdf)
Bartonella henselae heisst der Erreger, der die Katzenkratzkrankheit auslöst. Diese Zoonose kann sich entweder nur durch eine sehr lokal begrenzte Entzündung einiger Lymphdrüsen in der Nähe der Hautverletzung äussern oder aber eine deutlich schwerere Erkrankung wie etwa eine Endokarditis hervorrufen. Die entsprechende Diagnose stützt sich vor allem auf das PCR-Verfahren und serologische Untersuchungen, denn dieses intrazelluläre Bakterium lässt sich nur schwer auf Agarmedien kultivieren. Die Behandlung hängt von der Schwere der Infektion ab, basiert jedoch im Allgemeinen auf der Verabreichung von Makroliden und/oder von Doxycyclin. Die Pathogenese, die weitgehend von einem grossen Adhäsin, dem sogenannten BadA, induziert wird, ist gekennzeichnet durch Gefässneubildungen, eine Resistenz gegen Phagozytose und die Fähigkeit, in den roten Blutkörperchen zu verharren, ohne aber deren Lyse zu induzieren, was eine Übertragung durch infizierte Arthropodenvektoren während ihrer Blutmahlzeiten ermöglicht.

Julie Delaloye, Gilbert Greub
Coxiella burnetii und das Q-Fieber | Coxiella burnetii et fièvre Q (pdf)
Coxiella burnetii ist ein gramnegatives Bakterium, das aufgrund seiner geringen Grösse in Gram-Färbung in der Regel nicht sichtbar ist. Bei dem Q-Fieber handelt es sich um eine Zoonose, die auf einen Kontakt mit Schafen und Ziegen zurückzuführen ist. Als Übertragungsweg wurde Wind genannt, was erklärt, weshalb sich aus der Anamnese oft keine Exposition gegenüber diesen Wiederkäuern ableiten lässt. Die Infektion kann leicht oder schwerwiegend verlaufen und manchmal sogar zu einer Endokarditis führen. Die Diagnose basiert hauptsächlich auf dem PCR-Verfahren (Polymerase- Kettenreaktion) und serologischen Untersuchungen. Eine Behandlung mit Antibiotika erfordert eine Kontrolle durch einen spezialisierten Infektiologen, wenn schwere Infektionen vorliegen (Endokarditis, Osteoarthritis, Uveitis, Hepatitis).

Annika Kratzel, Volker Thiel, Stephanie Pfaender
Zoonotische Coronavirus-Infektionen | Zoonotic coronavirus infections (pdf)
Das plötzliche Auftreten des SARS-Coronavirus im Jahr 2002 hat gezeigt, dass ein Coronavirus nicht nur im Tier, sondern auch im Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen kann. Mit dem Auftreten des MERS-Coronavirus im Jahr 2012 hat sich dies nun bestätigt. Die evolutionären «Eltern» der SARS- und MERS-Coronaviren finden wir in Fledermäusen, die wohl das wichtigste Reservoir für viele Coronaviren darstellen. Wir finden dort sogar Viren, die den uns heute bekannten Schnupfenviren verwandt sind. Interessanterweise gibt es zwischen Schnupfenviren, zum Beispiel dem humanen Coronavirus 229E, und dem MERS-Coronavirus auffällige evolutionäre Parallelen. Beide Viren haben ihren Ursprung in Fledermäusen und sind über Dromedare auf den Menschen übergesprungen. Die zoonotische Übertragung des MERSCoronavirus vom Kamel zum Menschen, die wir heute sehen, hat sich wohl vor mehreren hundert Jahren beim uns heute bekannten Schnupfenvirus HCoV- 229E in ähnlicher Weise abgespielt.

Stefan Kunz
Ein alter Feind ist zurück: Lassa-Fieber in Westafrika | Le retour d’un vieil ennemi: la fièvre de Lassa en Afrique de l’Ouest (pdf)
Das Lassa-Virus verursacht im Menschen ein schweres hämorrhagisches Fieber, das in weiten Teilen Westafrikas endemisch ist. Lassa-Fieber ist eine Zoonose, und menschliche Lassa-Fieber-Infektionen sind meist Folge von Übertragungen vom Nagetierreservoir auf den Menschen. Nachfolgend werden Epidemiologie und Molekularbiologie des Erregers beleuchtet und der klinische Verlauf beschrieben. Neuere Erkenntnisse über die Pathogenese und deren Konsequenzen für die virale Diagnostik sowie Behandlungsmöglichkeiten werden behandelt, dies auch mit dem Bestreben, importierte Krankheitsfälle zu erkennen…

News
Wolfgang Korte
Swiss MedLab 2020 - Kongress und Fachmesse der Labormedizin (pdf)
Für die Zukunft unserer vielfältigen Berufsfelder bleibt der Wandel konstant, die Rolle von Labormedizinern und -Laborfachleuten wird sich weiterentwickeln. Innovationen werden einen Paradigmenwechsel fördern, Technologie ist nicht die alleinige Lösung für unsere globalen gesundheitlichen Herausforderungen; diese liegt im Wesentlichen bei uns selber, den Gesundheitsdienstleistern. Es wird entscheidend, wie wir neue Diagnosetechnologien, Behandlungsmöglichkeiten und die Entwicklung mobiler Gesundheitstechnologien und last but not least den Umgang mit unseren Kunden, den Patienten, integrieren werden. Seien Sie willkommen am 6. Swiss MedLab im Herzen der Schweiz, vom 23. bis 25. Juni 2020 in Bern. www.swissmedlab.ch

Sie sind hier | Vous êtes ici:

«pipette - Swiss Laboratory Medicine» is an Open Access journal that doesn’t require registration for access.

Agenda

SSCC Annual Assembly 2019, 28.-30.8. - Was Sie schon immer wissen wollten > mehr

pipette

pipette 04/2019: Zoonosen | Zoonoses

Aktuelle Ausgabe als E-Paper lesen

Jobs

Stellen in einem spannenden Umfeld: Schweizerische Labormedizin