SULM – Schweizerische Union für Labormedizin | Union Suisse de Médecine de Laboratoire | Swiss Union of Laboratory Medicine

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Nr. 02/2020 COVID-19 und die (Labor)-Welt | Le COVID-19 et le monde (des laboratoires)
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Inhaltsverzeichnis | Sommaire

Editorial
Andreas Huber
Coronapandemie: testen, testen, testen | Pandémie de coronavirus: tester, tester encore, tester toujours (pdf)
Es ist traurig, dass die Bedeutung der Labormedizin durch solche dramatische Umstände hervorgehoben wird. Beeindruckend ist, wie rasch sehr gute Tests, vor allem auf PCR-Basis, weltweit entwickelt werden konnten. Dass der Bedarf die Produktions- und Lieferkapazitäten deutlich übertraf, war leider unausweichlich. Bedauerlicherweise gab es unschöne Episoden mit Exportblockaden und Beschlagnahmungen. Umgekehrt gab es auch grosse Solidarität. Sicher kann man feststellen, dass alle im Gesundheitswesen Involvierten, auch die Labore mit ihrem Personal unter enormer Belastung stehen. Sie alle machen einen hervorragenden «Job»! Bravo und danke! Dieser Dank gilt natürlich darüber hinaus den unendlich vielen Personen, die ihr Bestes geben und mit kreativen Lösungen dazu beitragen, dass diese Krise zu einer Chance wird. Es ist zu hoffen, dass die Pandemie möglichst rasch ganz abklingt. Sicherlich wird man in Ruhe mit den «lessons learned» über die Bücher gehen. Zum Beispiel gehören Fledermäuse nicht auf den menschlichen Speisezettel, Forschung an gefährlichen Erregern und Biowaffen ist zu verbieten, wichtige Medizinalgüter gehören in Pflichtlagerhaltung, und deren Produktion gehört ins eigene Land. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass die Bedeutung der Labormedizin wieder unter normalen Bedingungen wahrgenommen werden kann.

Education
Andreas Huber, Peter Schuhmacher
COVID-19, von der ungesicherten Herkunft bis zum ungesicherten Stand heute – ein kurzer Abriss (pdf)
Herkunft des COVID-19-Erregers – zwischen Biologie, Verschwörungstheorie und Sorgfaltspflicht Gemäss der weitverbreitetsten These ist der COVID-19-Erreger von der Fledermaus über ein von der Ausrottung bedrohtes Säugetier, den Pangolin (Mantis pentadactylus, chinesisches Schuppentier), in einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen übergesprungen. Der Pangolin ist wohl das am teuersten gehandelte Tier der Welt, da in Asien sein Fleisch als grossartige Delikatesse gilt. Diese Märkte sind hygienisch katastrophal, und die Tiere leben dicht gedrängt in kleinsten Käfigen. Andere Stimmen weisen darauf hin, dass es sich beim viel genannten Markt in Wuhan um einen allerlei anbietenden Markt handelt, darunter auch wenige Wildtiere, aber keine Fledermäuse. Die dort gehandelten Tiere würden nicht der genannten Übertragungskette entsprechen. Bekannt sei dagegen, dass sich nur 3 km entfernt das Wuhan Institute of Virology mit einem grossen BL4-Labor befinde. Dieses Institut publizierte eine Reihe wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zum Coronavirus, u.a. im BMJ und im Lancet. Die Forschungsleiterin hatte im Nachgang der SARS Episode im Jahre 2003 die Forschungsaktivität aufgenommen und ist Mitautorin von vier verschiedenen Publikationen zu diesem Thema sowie zu synthetisch hergestellten Viren. Aufhorchen lässt sicher ihre gemachte Ankündigung, die Wirkung des Coronavirus an Primaten testen zu wollen…

Gilbert Greub, Lorenzo Alberio, Olivier Boulat, Thierry Buclin, Antony Croxatto, Laurent A. Decosterd
L’importance des laboratoires diagnostiques pour la prise en charge des patients avec une infection au coronavirus SARS-CoV-2 (pdf)

News
Wolfgang Korte
Corona, Swiss MedLab und der Stillstand (pdf)
Das Leben stand für Wochen still – unvorstellbare Szenarien rund um den Globus. Ein Virus nimmt uns den Atem, hält das Gesundheitswesen auf Trab und stellt die Normalität auf den Kopf. Aus einer leeren Floskel wird Realität: Gesundheit hat erste Priorität. Die Folgen davon sind weitreichend und noch nicht absehbar … Wir alle sehen uns neuen Realitäten gegenüber – durch veränderte Arbeitsbedingungen, innerhalb der Familien, in sozialen Kreisen oder im Rahmen von Engagements wie dem «Swiss MedLab». Erste Lockerungen erfolgten zwar, doch kann niemand mit Sicherheit sagen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Das SML-OK geht davon aus, dass die Auswirkungen der Krise uns für den Rest des Jahres und darüber hinaus beschäftigen werden. Die Durchführung des Swiss MedLab Kongresses wird darum um ein Jahr verschoben, er findet neu vom 15. bis 17. Juni 2021 statt…

Education
Gilbert Greub, Onya Opota, René Brouillet, Katia Jaton
Diagnostic par RT-PCR de l’infection par le virus SARS-CoV-2 (pdf)

Peter Schuhmacher
COVID-19-Smartphone-Tracking: Chancen und Anforderungen, um als Entscheidungshilfe zu genügen (pdf)
Smartphone-Tracking ist im Kampf gegen die Verbreitung von COVID-19 in aller Munde. Doch was kann das System wirklich leisten? Welchen Limitierungen unterliegt es und welche ersten Erkenntnisse bringt der Einsatz in Singapur und Indien? Eines vorweg: Smartphone-Tracking ohne zusätzlichen Viren- und Antiköpertest bringt nur einen beschränkten Nutzen. Smartphone-Tracking ist eine Möglichkeit, potentielle Ansteckungen frühzeitig zu erkennen. Dabei stehen zwei verschiedene Ansätze in der Diskussion. Beim einen Ansatz wird die geografische Position des Smartphones getrackt. Beim anderen Ansatz wird nicht die geografische Position getrackt, sondern die auf den Smartphones installierte App erkennt über Bluetooth, welche weiteren Smartphones sich über eine gewisse Zeit in der Nähe aufgehalten haben. Diese Kontaktgeschichte zwischen den Smartphones soll gespeichert werden. Wird später eine Person aufgrund eines PCR-Tests als COVID-19-positiv erkannt, dann soll sie dies via die App mitteilen. Ein Algorithmus orientiert dann diejenigen Smartphones, die sich gemäss Tracking in den vergangenen Tagen in der Nähe aufgehalten haben. Wo die Daten genau gespeichert werden, ist Gegenstand der Diskussion…

Education
Gilbert Greub, Alix T. Coste, Antony Croxatto
Sérologie SARS-CoV-2: quand la prescrire? (pdf)

Education
Volker Thiel, Jörg Jores
Ein Klon geht um die Welt (pdf)
Forschenden des Instituts für Virologie und Immunologie und der Veterinärbakteriologie der Universität Bern und des Bundes ist es gelungen, das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) mittels synthetischer DNA zu klonen. Dies ermöglicht es, die Eigenschaften des Coronavirus zu erforschen und so möglichst schnell antivirale Wirkstoffe, Diagnostika und Impfstoffe zu entwickeln und zu testen. Die in Bern entwickelte Methode kann auch für andere Viren angewendet werden…

Education
Gilbert Greub, Béatrice Schaad
Communiquer sur le coronavirus: pourquoi, quand, comment? (pdf)

Education
Martin Risch, Stefanie Aeschbacher, Kirsten Grossmann, David Conen, Lorenz Risch
Wearables zur Früherkennung einer möglichen COVID-19-Infektion (pdf)
Im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie kommen zunehmend auch Wearables zum Einsatz. Diese umfassen Fitnessarmbänder oder Smartwatches, die mit Smartphones und dazugehörigen Apps gekoppelt sind. Ein sensorisches Armband, das ursprünglich zum Zyklus- und Fertilitätstracking bei Frauen mit Kinderwunsch eingesetzt wird, stellt dasjenige Wearable dar, welches im Moment am meisten physiologische Parameter misst. Das Armband wird im Rahmen der COVI-GAPP-Studie in einer nationalen Kohorte im Fürstentum Liechtenstein evaluiert, um einen Algorithmus zur Früherkennung von COVID-19 zu trainieren. Der vorliegende Artikel berichtet über die COVI-GAPP-Studie und wie sie sich von der Corona-Datenspende des Robert Koch-Instituts unterscheidet…

Kommentar
Andreas Huber
Corona-Leugner (pdf)
Und zu guter Letzt: Ein Blick auf die aktuellen Statistiken straft die Corona-Leugner Lügen. Es gibt leider mehrere selbsternannte Koryphäen, die über Videoclips in den verschiedenen sozialen Medien pseudowissenschaftliche Mitteilungen verbreiten. So sei zum Beispiel die Mortalität nicht höher als bei einer normalen saisonalen Grippe, man zähle Patienten, die an einer anderen Krankheit (sowieso bald) einfach mit positivem COVID-19-Test als Nebenbefund gestorben seien, das Ganze sei ein Medienhype oder es gebe eine grosse Dunkelziffer. Um einfach zu argumentieren…


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COVID-19

pipette

pipette 01/2022: «Lessons Learned» der SARS-CoV-2 Pandemie 

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